künstlerische Forschung

PASTFORWARD.
Recherchestipendium des Fonds Darstellende Künste, 2022

Ich sitze im Becken,
das Wasser steht mir bis zum Hals, 
Ich schreibe
und denke
an 
eintauchen, abtauchen
und
auftauchen (…)

Ich sitze im Becken.
Hörstücke für das Stadtbad Brandenburg

Welche Erinnerungsschichten liegen über dem alten Stadtbad Brandenburg, welches aktuell zu einem nachhaltigen, kulturell-magnetischen Zentrum für zeitgenössische Künste entwickelt wird? Welche Klänge sind in ihm verborgen und welche gedanklichen Spuren hinterlassen Sehnsuchtsorte im Moment ihrer Transformation?Mit Aufnahmegerät und Notizbuch ausgerüstet begibt sich Therese Schmidt ab Frühjahr 2022 auf die Suche und entwickelt für das Stadtbad Hörstücke über Klänge, Erinnerungen und Veränderungen.

Verflechtungen. Ein Netzwerkabend mit Künstler:innen

Im Juni 2022 initiierte Therese Schmidt eine Reihe unter dem Namen „Verflechtungen. Kunst in Zeiten der Klimakrise“. Gemeinsam diskutierten bei der Auftaktveranstaltung am 15.Juni 2022 in der Floating University Künstler:innen, Klimajournalist:innen und Aktivist:innen über künstlerische Ästhetiken, Erzählungen und Formate in Zeiten des Klimawandels und der gesellschaftlichen Transformation. Wie lässt sich der Vielstimmigkeit im Diskurs um Klimakrise, Artensterben und der notwendigen gesellschaftlichen Transformation mit künstlerischen Versionen und Visionen begegnen? Welche Projekte und Vorhaben zu genannten Themen sind in der letzten Zeit entstanden? Welche formalen Ansätze und inhaltlichen Schwerpunkte lassen sich herauskristallisieren? 
Die Reihe wird im Oktober 2022 fortgesetzt.

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take_care: die Jeinsager

Stipendium des Fonds Darstellende Künste zu einer pandemieadäquaten inhaltlichen und ästhetischen Neuausrichtung der „Jeinsager“, 2020

Die Recherche und der damit zusammenhängende Arbeitsverlauf gestaltete sich nicht linear, sondern war- wie fast alles in diesen Zeiten- einem ständigen Neu-Justieren, Verwerfen und neu-denken unterworfen. Mehrere „Opfer“ mussten auch im Arbeitsprozess gebracht werden: das Stück kann in seiner ursprünglichen Form mit 16 Darsteller:innen in absehbarer Zeit nicht aufgeführt werden, der „Jasager“ ist nun nur noch Folie und nicht mehr Teil der „Jeinsager“. Entstanden ist eine Fassung, die mit den Verlusten und „Opfern“, die das Stück bringen musste, um in pandemischen Zeiten auf die Bühne zu kommen, kreativ umgeht: mit theatralischen Mitteln wie Reenactment, Video-Einspielungen und parallelen Bühnenaktionen, sowie Performance Lecture-Teilen und musikalischen Interventionen wurden „Die Jeinsager“ zu einem multimedialen Theaterabend umgebaut, welcher die Bruchstellen nicht verschleiert, sondern heraushebt. Das disparate Nebeneinander verschiedener ästhetischer Ebenen wurde verstärkt und scheint mir eine adäquate theatralische Antwort auf die „unerträgliche Ambivalenz täglicher Entscheidungen“ – so der Untertitel des Stückes und die Grunderfahrung pandemischen Ja und Neins. 

In seiner neuen Fassung für 3 (statt 9) Sänger:innen, 1 Performerin und 2 (statt 6) Musiker wird das Stück im März 2022 im Gare du Nord in Basel seine Uraufführung erleben. 

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Fotos aus Video-Sequenz. Video: Jonas Sulzer
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Form follows Crisis: The Present ergreift lebenserhaltende Maßnahmen

künstlerisches Forschungsprojekt mit dem Vokalensemble The Present

Nachdenken über musikalisch-performative Formen und Dialoge vor dem Hintergrund der existentiellsten aller Krisen: der Klimakrise.

Gemeinsam mit dem Vokalensemble THE PRESENT hat sich Therese Schmidt im Rahmen des reload-Stipendiums der Bundeskulturstiftung mit dem Klimawandel, seinen unmittelbaren und zukünftigen Auswirkungen, sowie möglichen künstlerischen Transformationen beschäftigt. Im Zentrum der künstlerischen Forschung standen zunächst viele Fragen: 

Wie hat das Wissen um bedrohte Ökosysteme und den ersten spürbaren Folgen eines Planeten in der Krise den Menschen verändert ? Wie haben wir uns schon verändert, wie müssen und wollen wir uns noch verändern und wie radikal können wir diese Metamorphosen – zumindest auf künstlerischer Ebene – denken? Von welchen Glaubenssätzen müssen wir uns trennen, welche neuen Narrative, Diskursräume und Erzählungen müssen etabliert werden? Letztlich: Wie können wir das Gelesene und Weitergedachte künstlerisch umsetzen? Im Gespräch mit Expert:innen und Wissenschaftler:innen haben wir Antworten auf diese Fragen gesucht. Entstanden ist unter anderem eine Podcast-Reihe, in der wir den Soziologen Dr. Manuel Rivera vom Potsdamer Institut für transformative Nachhaltigkeit, den Mathematiker und Komplexitätsforscher Dr. Jobst Heitzig vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, die Dresdner Biologin Dr. Thea Lautenschläger von der TU Dresden, sowie die Musikethnologin Friedlind Riedel nach ihren Erfahrungen und Forschungsergebnissen befragt haben.

Die Podcasts sind hier abrufbar.