E. Künneke: Der Vetter aus Dingsda

Premiere: November 2013, Theater Magdeburg
musikalische Leitung: Michael Balke
Bühne und Kostüme: Ulrich Schulz



Fotos: Andreas Lander

Die berliner Operette „Der Vetter aus Dingsda“ (UA 1921) beschreibt eine bürgerliche Fassade, hinter der monströse und absurde Klischeevorstellungen vom „wilden Mann“ lauern.
Zwischen Buchsbaumhecken wuchert einerseits die Sehnsucht nach dem „wilden und ursprünglichen Leben“- der eigentliche Fremde- in der Inszenierung ein, zum berlinernden Diener gemachter Koreaner, wird jedoch gnadenlos eingedeutscht.
Bis hin zur Groteske verdrehte Klischees (Männer in Bunny-Kostümen, kannibalistische Orgien, die verfressene Spießbürgerlichkeit eines loriotschen Ehepaares) entlarven die scheinheilige Moral einer bürgerlichen Fassade, die um jeden Preis aufrecht erhalten werden muss.